Talgdrüsen

Die Talgdrüsen produzieren eine dicke, cremige Flüssigkeit – den Talg (Sebum). Die größten Talgdrüsen finden sich im Gesicht, äußeren Gehörgang, After- und Genitalbereich und in der Mittellinie des Rückens. Insgesamt verfügt die Haut über 350.000 Talgdrüsen. Im Gesicht beläuft sich die Zahl der Talgdrüsen auf 400 bis 900/ cm², in anderen Regionen auf weniger als 20/ cm². Überwiegend sind die Talgdrüsen mit Haaren verbunden und münden in den Haartrichter.

Augenlider, Lippenrot, Brustwarzen, kleine Schamlippen, die Eichel des Penis und die Klitoris verfügen über “freie” Talgdrüsen, die ohne Haare an die Oberfläche führen. Die Talgdrüsen haben einen Durchmesser von etwa 1 mm und liegen in der Lederhaut. Sie sind viellappig und bestehen aus mehreren Einzeldrüsen mit einem gemeinsamen Ausführungsgang. Die Talgzellen werden – wie die Zellen der Oberhaut – von Stammzellen an der Basis ständig neugebildet. Mit zunehmender Reifung lagern die Talgzellen Glycerin, freie Fettsäuren, Cholesterin und andere Fettanteile ein. Ihr pH-Wert ist sauer. Im weiteren Verlauf der Entwicklung zerplatzen die Zellen und der Talg aus Fetten und abgestorbenen Talgzellen wird ausgeschieden. Die Zeit von der Bildung bis zur Ausscheidung der Talgzellen beträgt 7 bis 8 Tage.

Die Tätigkeit der Talgdrüsen wird durch Hormone und Nerven geregelt. Androgene, Progesteron und Kortison erhöhen die Produktion, Östrogene hemmen sie. Die Talgproduktion wird durch Wärme beschleunigt und durch Kälte vermindert. Die verminderte Talgproduktion in der Kälte erklärt die trockene und rauhe Haut in der kalten Jahreszeit.

Die Hormonabhängigkeit der Talgdrüsen zeigt sich auch bei Kindern, die unmittelbar nach der Geburt vergrößerte Talgdrüsen aufweisen. Diese entstehen durch die im mütterlichen Kreislauf zirkulierenden Hormone. Während der Kindheit sind die Talgdrüsen klein und inaktiv und entwickeln sich in der Pubertät unter dem Einfluß der Sexualhormone im Alter von 10 bis 13 Jahren. Bei Störung der Talgabscheidung entstehen Mitesser (Komedonen). Dunkle Mitesser entstehen durch Oxidation des Talgs.