Sonnenschutzmittel

Die Bekleidung einschließlich Kopfbedeckung stellt die einfachste Form des Sonnenschutzes dar. Jedoch schützen dünne Baumwollgewebe die Haut nur bedingt vor Sonneneinstrahlung. Sie haben ungefähr einen Lichtschutzfaktor 10 im UVB-Bereich. Ein nasses T-Shirt aus Baumwolle hat für UV-Strahlen noch eine Durchlässigkeit von 20 %, verfügt somit also über einen Sonnenschutzfaktor 5. Trotz der Kleidung empfiehlt es sich daher, wasserfeste Sonnenschutzpräparate anzuwenden. Wegen dieser beschränkten Schutzwirkung dünner Textilien werden in Ländern mit hoher Lichteinstrahlung wie in Australien inzwischen Berufs- und auch Kinderkleidung mit höheren Lichtschutzfaktoren hergestellt. Auch in Deutschland werden bereits einige Textilien mit Lichtschutzfaktor für Kinder angeboten.

Es gibt eine Fülle von Sonnenschutzprodukten, die sich in der Art der Filter wie UVB-Schutz oder UVA- und UVB-Schutz (Breitspektrumfilter) unterscheiden. Aber auch die Grundlagen reichen von Ölen über Öl-in-Wasser-Emulsionen, Wasser-in-Öl-Emulsionen bis zu Pasten, Hydrogelen, Hydrodispersionsgelen, Lipogelen und Liposomenzubereitungen. Diese Zubereitungsformen haben jeweils Vor- und Nachteile. Bei den Emulsionen, die Mischungen aus Öl in Wasser darstellen, nimmt die Wirkung mit steigendem Wassergehalt zu, da der Trägerstoff besser durch die Hornschicht dringt. Pasten bewirken bei entsprechender Zubereitung auch ohne chemische Lichtschutzfilter einen kompletten Lichtschutz, da ihre Grundbestandteile – insbesondere Titandioxid und Zinkoxid – eine vollständige Reflexion des Lichts bewirken. Sie sind jedoch kosmetisch wenig akzeptabel. Hydrogele eignen sich besonders zur Anwendung bei der Mallorca-Akne, da sie keine Emulgatoren und Triglyceride enthalten. Sie trocknen jedoch die Haut stark aus und hinterlassen ein Spannungsgefühl. Eine Verbesserung stellen Hydrodispersionsgele dar, die Fettbestandteile wie Silikonöle enthalten und wasserabweisend und auch rückfettend sind. Da sie ebenfalls frei sind von Emulgatoren und Triglyceriden, können sie gut bei der Mallorca-Akne eingesetzt werden. Öle und Lipogele haben den Nachteil, daß wegen Fehlens einer Wasserphase nur niedrige Lichtschutzfaktoren eingearbeitet werden können. Außerdem eignen sie sich nur für ausgesprochen trockene Haut. Eine interessante Entwicklung sind Liposomenzubereitungen, bei denen die Lichtschutzfilter in Liposomen eingebracht werden. Diese werden in die Zellmembran der Hornschicht eingeschleust und garantieren eine relative Wasserfestigkeit.

Lichtschutzfilter

Durch Lichtschutzfilter wird die Eigenschutzzeit der Haut verlängert. Man unterscheidet physikalische und chemische Lichtschutzfilter. Zu den physikalischen Lichtschutzfiltern gehören Mikropigmente, deren Funktion im wesentlichen die Reflexion und Streuung, in geringerem Maße auch die Absorption von Strahlen ist. Physikalische Lichtschutzsubstanzen werden in tropischen Ländern zum Teil schon seit Jahrhunderten eingesetzt. Beispiele sind die Sandelholzpasten, die in Burma traditionell zum Lichtschutz im Gesicht und auf den Armen benutzt werden, oder die Pigmentpasten, die von afrikanischen Stämmen verwandt werden. Bei modernen Lichtschutzpräparaten werden im wesentlichen zwei Substanzen als Mikropigmente eingesetzt, nämlich Titandioxid und Zinkoxid. Die ersten Präparate mit diesen Mikropigmenten hatten den Nachteil, die Haut weißlich zu verfärben und als zähe Pasten schwer verteilbar zu sein. Für Skifahrer werden zinkoxidhaltige, völlig abdeckende Pasten mit bunten Farbstoffzusätzen angeboten. Vereinzelt sind noch Lippenschutzstifte dieses Typs auf dem Markt. Heute gibt es Zubereitungen mit Mikropigmenten einer so geringen Teilchengröße, daß die Weißfärbung kaum noch sichtbar ist.

Chemische Lichtschutzfilter

Anfänglich enthielten Sonnenschutzmittel ausschließlich UVB-Filter, inzwischen liegen vorwiegend Kombinationspräparate mit UVA- und UVB-Filtern (Breitbandfilter) vor. Bei den Lichtschutzstoffen wird zwischen absorbierenden Stoffen (UV-Filter) und reflektierenden Stoffen (Pigmente) unterschieden. Häufig eingesetzte UVA-Filter sind Benzophenone und Dibenzoylmethane. Als UVB-Filter werden Benzimidazole, Homosalat, Kampferderivate, Paraaminobenzoesäure und deren Derivate und Zimtsäureester (Cinnamale) eingesetzt. Bei den reflektierenden Stoffen ( Pigmenten) finden vor allem Titanoxid, Zinkoxid, Eisenoxid, Kaolin und Talkum Verwendung.

Pflege nach Sonnenbad

In der Sonne belasten außer UVA- und UVB-Strahlen auch Infrarotstrahlen die Haut. Diese führen zu einer Erhöhung der Hauttemperatur.Die Haut reagiert mit verstärktem Schwitzen, um durch die Wasserverdunstung den Körper abzukühlen. Diese ständige Verdunstung von Schweiß trocknet die Haut aus. Die Haut spannt so nach einem ausgiebigen Sonnenbad, auch wenn kein leichter Sonnenbrand vorliegt. Durch kurzes Duschen ist die Haut von Schweiß und Resten des Sonnenschutzmittels zu reinigen und mit feuchtigkeitsspendenden Körperlotionen zu pflegen. Feuchtigkeitsspendend wirken Emulsionen mit Harnstoff oder auch glycerinhaltige Zubereitungen. Auch werden After-Sun-Präparaten leicht entzündungshemmende Stoffe zugesetzt, wie z. B. Panthenol, Bisabolol oder Allantoin. Hamamelisextrakte, die eine milde antibakterielle und betäubende Wirkung haben, können einen leichten Sonnenbrand mildern. Patienten mit Mallorca-Akne sollten After-Sun-Präparate wie Hydrogele und Hydrodispersionsgele verwenden, die frei von Emulgatoren und Triglyceriden sind.