Schweißdrüsen

Schweißdrüsen werden fast in der gesamten Haut gefunden. Sie fehlen im Lippenrot und auf der Eichel des Penis. Verstärkt treten sie auf der Stirn, an Handtellern und Fußsohlen (400 pro cm²) auf. Die Gesamtzahl der Schweißdrüsen beläuft sich auf etwa 2 Milllionen. Das knäulartige Endstück (Durchmesser 4mm) liegt an der Grenze zwischen Leder- und Unterhaut. Der Ausführungsgang verläuft gestreckt bis an die Oberhaut. Der letzte Teil des Ausführungsgangs schlängelt sich durch die Oberhaut.ABB.10

Der Schweiß ist ein Filtrat des Blutes und enthält nur wenig Eiweiß. Er besteht zu etwa 99 % aus Wasser, ist dünnflüssig und sauer (pH 4 – 6,8). An Ionen finden sich vor allem Natrium-, daneben Kalium- und Magnesiumchlorid, Harnstoff, Aminosäuen, Amoniak, Harnsäure, Vitamine und Medikamente. Auch Nahrungsmittel (z. B. Knoblauch) werden zum Teil über den Schweiß ausgeschieden.

Schweißdrüsen erfüllen bei der Temperaturregulation die wichtige Aufgabe der Abkühlung durch Verdunstung auf der Hautoberfläche. Die Erwärmung der Haut erfolgt durch die Kapillargefäße in den fingerförmigen Ausstülpungen der Lederhaut unterhalb der Oberhaut (Papillen der Dermis). Die Schweißdrüsen werden durch (cholinerge, sympathische) Nerven gesteuert. Auch bei nicht sichtbarem Schwitzen wird ständig Flüssigkeit an der Oberfläche abgedunstet (ca. 500 ml / Tag). Relativ hohe Flüssigkeitsabgaben erfolgen unbemerkt in den Räumen mit trockener, geheizter Luft und z. B. in Flugzeugen (Klimaanlagen). Bei starker Erwärmung beginnt die Schweißbildung im Gesicht und breitet sich über den Körper auf Handteller und Fußsohlen aus. Die nervöse (stressbedingte) Schweißsekretion (ca. 70 – 700 ml / Std.) beginnt an den Handtellern und Fußsohlen. Die Maximalleistungen der Schweißsekretion betragen etwa 1 l /Std. bis 18 l / Tag.