Schälbehandlung

    Dermabrasion

    Die Dermabrasion als operative Schälbehandlung hat sich bei Aknenarben gut bewährt. Jedoch ist die Dermabrasion bei der Behandlung von Gesichtsfalten der Altershaut meist nich so effizient wie die Schälbehandlung mit Phenol oder Trichloressigsäure. Die Vorteile der Dermabrasion sind die gute Kontrollierbarkeit der Behandlungstiefe und die meist geringeren Pigmentierungsstörungen der Haut. Eine Kombination von Dermabrasion mit chemischen Peelingverfahren erscheint häufig günstig.
    Bei der Dermabrasion wird die Haut mit motorgetriebenen Bürsten, Stahlzylindern und -fräsen und diamantbesetzten Fräsen hochtourig (Umdrehungen von bis zu 60.000 Umdrehungen /min und mehr) abgeschliffen. Eine lokale Betäubung ist erforderlich. Unter ständiger Bewegung des Handstücks wird die Haut in dünnen Schichten abgetragen. Eine Wiederholung der Behandlung mit Abschleifen der Haut in mehreren dünnen Schichten ist einem zu tiefen einmaligen Eingriff vorzuziehen, um Narben zu verhindern.

    Soft-Dermabrasion

    Eine wesentlich schonendere, allerdings auch oberflächlichere Form der Schälbehandlung ist das Reviderm-Peeling, bei dem mittels Druckluft mikrofeine Koridon-Kristalle die oberflächliche Haut abtragen. Vor dem Abschleifvorgang kann ein Peeling aufgetragen werden. Durch das Abtragen der obersten Hautschichten erfolgt – wie bei allen Schälverfahren – eine Neubildung der Zellen von der Basalzellschicht aus. Kleine Fältchen glätten sich und Pigmentflecken können abblassen.

    Laser-Therapie („Laser Skin Resurfacing“)

    Beim Lasern trifft ein energiereicher, hochkonzentrierter Lichtstrahl auf das wasserhaltige Gewebe. Innerhalb von weniger als zweitausendstel Sekunde verdampft eine hauchdünne, nur einige tausendstel Millimeter dicke Hautschicht. Durch Wiederhohlen dieses Vorganges kann man die Haut kontrolliert in mehreren Schichten abtragen. Durch die Energiefreisetzung in Form ultrakurzer Impulse und einer computergesteuerten Flächenautomatik sind die Laserenergie und damit die Behandlungstiefe gut zu steuern. Mit dem ultragepulsten CO2 -oder Erbium-YAG-Laser lassen sich Falten, Altersflecken, Hämangiome (Blutschwämmchen) und Pigmentflecken in wenigen Sitzungen behandeln. Die Hitzeeinwirkung ist so kurz, dass tiefer liegendes Gewebe geschont wird. Durch die Wärmeeinwirkung ziehen sich die oberflächlichen Kollagenfasern zusammen und führen zum sogenannten Collagen-Shrinking (Kollagen-Schrumpfung). Hierdurch erscheint die Haut straffer und jünger. Während der Erbium-YAG-Laser mehr einem Oberflächenpeeling entspricht, wird mit dem CO2 -Laser eine tiefere Gewebeerhitzung und ein deutliches Schrumpfen des Kollagens erreicht. Die kleinen Fältchen an den Oberlippen und um die Augen sind mit dem Erbium-YAG-Laser gut zu behandeln. Die tieferen Fältchen lassen sich nur mit dem CO2 -Laser glätten.

    Bei Peelings, Kryo-Peelings, Dermabrasion und Laser-Behandlung empfiehlt sich eine Vorbehandlung der Haut über 2 bis 4 Wochen mit einer speziellen Creme mit 0,1 % Tretinoin und 4 % Hydrochinon, evtl. auch mit Fruchtsäuren. Patientinnen und Patienten, die zu Herpes-Infektionen neigen, ist eine Herpes-Prophylaxe in Tablettenform 1 Tag vor bis 7 Tage nach der Behandlung zu empfehlen. Die meisten Eingriffe werden in örtlicher Betäubung (Creme oder Infiltration), die tiefen Peelings fast immer in leichter Allgemeinanästhesie durchgeführt.

    Zur Nachbehandlung muss die Haut unbedingt vor Feuchtigkeitsverlust durch Auftragen von Fettsalben (z. B. Augenvaseline) geschützt werden. Zur Reinigung genügen hautschonende Seifen und Syndets. Dickere Krusten werden vorsichtig mit 3 %iger H2O2-Lösung abgelöst. Das Hautjucken im Rahmen des Heilungsprozesses kann durch orale Gabe von Antihistaminika und in schweren Fällen durch lokale Steroidsalben gemildert werden. So werden Kratzen und Verletzung der sich neubildenden Oberhaut und die Gefahr von Vernarbung und Pigmentverschiebung verhindert. Empfehlenswert erscheint auch die Nachbehandlung mit einer Tretinoin-Hydrochinon-Creme über mindestens 4 Wochen, um überschießende Haut- pigmentierungen zu vermeiden. Die behandelten Hautareale müssen nach der Behandlung unbedingt vor Sonnenlicht und künstlichem UV-Licht durch Sonnenblocker mit höchstmöglichem Sonnenschutzfaktor geschützt werden. Später empfehlen sich lebenslang Sonnenschutzpräparate mit hohem UVA- und UVB-Filtern.