Rosazea

Die Rosazea ist eine chronische, an Akne erinnernde Erkrankung der Haarfollikel und Talgdrüsen des Gesichts. Ferner besteht eine erhöhte Empfindlichkeit der kleinen Blutgefäße im Gesicht, so daß es bei Stress, nach Genuss von Alkohol, heißen Getränken, scharfen Gewürzen zu einem plötzlichen Erröten, dem Flush, kommt. Zunehmend bilden sich Gefäßerweiterungen aus. Die Erkrankung entwickelt sich meist im Alter zwischen 30 und 50 Jahren. Für die meisten Patienten ist die Rosazea außerordentlich belastend, da die Flushreaktionen und später die bleibenden blaurötlichen Verfärbungen im Gesicht kosmetisch auffällig sind. Nicht selten werden die Patienten für Alkoholiker gehalten.

Rosazea

Rosazea


 

Bei der Rosazea unterscheidet man drei Stadien. Im ersten Stadium kommt es zu einer bleibenden Rötung mit Gefäßerweiterungen, vornehmlich im Mittelgesichtsbereich, also an Stirn, Nase, Wangen. Im zweiten Stadium treten kleine gerötete, langsam zu größeren Flächen zusammenfließende Knötchen (Papeln) und zeitweilig kleine eitrige Knötchen (Pusteln) auf. Außerdem leiden im dritten Stadium vor allem Männer unter einer Vergrößerung und Wucherung der Talgdrüsen, vornehmlich an der Nase. Es bildet sich die Knollennase, das Rhinophym. Einige Patienten neigen auch zu chronischer Bindehaut-, Hornhaut- und Lidrandentzündung, die eine augenärztliche Behandlung erforderlich macht.

Behandlung: Da Alkohol, heiße Getränke und scharfe Gewürze die Durchblutung der kleinen Gefäße im Gesicht erhöhen und Flushreaktionen auslösen können, sollten diese gemieden werden. Zur Lokalbehandlung setzt man Cremes ein, die die Antibiotika Metronidazol, Erythromycin oder Tetracyclin enthalten. Die Rosazea ist jedoch keine bakterielle Erkrankung, auch wenn zeitweilig eitrige Pusteln auftreten. Diese sind in der Regel steril. Die Wirkung der Antibiotika beruht vielmehr auf abwehrverändernden (immunmodulierenden) Effekten. Bei schweren Verläufen werden neben der Lokalbehandlung Antibiotika wie Tetracyclin, Minocyclin oder Doxycyclin als Tabletten oral eingesetzt. Bei sehr schweren Fällen der Rosazea ist die Vitamin A-Säure Isotretinoin das Mittel der Wahl.

Bei einem starken Rhinophym erzielen die lokale und innerliche Behandlung wenig Erfolg. Die einzige Möglichkeit besteht in einer plastisch-chirurgischen Korrektur der knotigen, oft blauroten Wucherungen im Nasenbereich. Gute Ergebnisse lassen sich durch Abtragen des Gewebes mit einer Elektroschlinge, einem Skalpell oder Laser erzielen. Bei diesen Eingriffen ist die Narbenbildung in der Regel gering.