Pflege der Hände/Füße

Die Haut der Hände ist permanent den Wettereinflüssen und im Haushalt und Beruf Wasser und teils „scharfen“ Reinigungsmitteln ausgesetzt. Diese Faktoren führen zu Entfettung und Feuchtigkeitsverlust der Haut. Die Haut wird trocken, rauh und rissig. Dieser Hautzustand wird als Abnutzungsdermatose bezeichnet. So wird der Säureschutzmantel (Hydrolipidfilm) der Haut zerstört und Fremd- und Schadstoffe können in die tieferen Hautschichten eindringen. Der Verlust des Hydrolipidfilms ist besonders bei allergischer Kontaktdermatitis (Kontaktekzem) nachteilig. Bei konsequenter Pflege mit Cremes und Handschutzpräparaten wird der Kontakt mit den schädigenden und allergieauslösenden Fremdstoffen deutlich reduziert oder auch vermieden. Das konsequente Tragen von Schutzhandschuhen kann das Auftreten von Abnutzungsdermatosen bzw. Kontaktallergien vermeiden. Die Hände sollten vor dem Anziehen der Handschuhe gefettet werden, um den Einfluss des feuchten Milieus in den Handschuhen zu lindern.

Für die Reinigung beanspruchter Hände werden pH-neutrale Seifen und saure Syndets eingesetzt. Ein gesunder normaler pH-Wert der Hautoberfläche (pH um 5,5) schützt vor der Besiedlung mit Mikroorganismen. Handpflegepräparate sind W/O- oder O/W-Emulsionen. Durch einen ausreichenden Lipidanteil in den Pflegepräparaten werden der Fettfilm auf der Hautoberfläche stabilisiert und die Abdunstung von Feuchtigkeit verhindert. Viele Pflegepräparate enthalten Glycerol in Konzentrationen von 10 – 20 %, um die Feuchtigkeit in der Haut zu binden. Glycerol, Harnstoff, Paraffin, Kohlenwasserstoffe, Fettalkohole und Öle wie Silikonöl stabilisieren den Hydrolipidmantel der Haut und verringern so den transepidermalen Wasserverlust. Der Harnstoff wirkt in Konzentrationen bis 10 % als Feuchthaltefaktor und über 10 % hornlösend (keratolytisch). Die Kombination von Feuchthaltefaktoren und reizmildernden Wirkstoffen wie Allantoin, Bisabolol, Panthenol und Vitamin E und A schützen die Haut sinnvoll. In den Sommermonaten ist unbedingt auf Sonnenschutz mit Lichtschutzfaktoren von 15 – 20 und höher zu achten. Durch die konsequente Anwendung dieser Lichtschutzfaktoren lassen sich die fleckförmigen Überpigmentierungen auf den Handrücken weitestgehend verhindern.

Beim Gehen werden unsere Füsse zum Teil mit dem Fünffachen unseres Körpergewichts belastet. Trotz dieser starken Belastung und täglichen Leistung wird die Pflege der Füsse eher vernachlässigt. Die hohe Zahl der Schweißdrüsen und das Tragen von Schuhen und Strümpfen aus luftundurchlässigem Material belastet die Haut der Füsse und schafft ein feuchtes Milieu. So trocknet die Haut aus und wird für Mikroorganismen – vorrangig Pilze – anfällig. Bei Überbeanspruchung und zu engen Schuhen entstehen schmerzhafte Druckstellen in Form von Hühneraugen und Schwielen.

Fußbäder dienen häufig zur Entspannung müder, schmerzender und brennender Füsse. Handelsübliche Fußbäder werden als Badesalze, Badetabletten oder flüssige Badezusätze angeboten.
Zum Kühlen und Erfrischen werden diesen Bädern Menthol, Kampfer, ätherische Öle oder Parfümöle zugesetzt.

Nach dem Bad lassen sich die Schwielen und Hühneraugen mit einem Bimsstein behandeln. Auch Hornhautfeilen bzw. -hobel können vorsichtig eingesetzt werden. Die Füsse sollten einmal täglich, bei starker Belastung auch zweimal täglich mit O/W- bzw. W/O-Pflegepräparaten behandelt werden. Eine leichte Massage entspannt den Fuß und lässt die Wirkstoffe schnell eindringen, so dass ein „Fetten“ der Strümpfe und Schuhe unterbleibt. Fußpuder können den Schweiß aufsaugen und somit zur Geruchsminderung beitragen. Die Fußsprays ähneln weitestgehend den typischen Deo-Pflegepräparaten und enthalten als Wirkstoffe häufig schweißmindernde und deodorierende Substanzen.

Tips

Müde, schmerzende oder brennende Füsse lagern Sie für 5 – 10 Minuten über Kopfhöhe. Hierfür legen Sie sich am besten auf den Boden und die Füsse auf Kissen, auf einen Stuhl oder an die Wand. Innerhalb von 10 Minuten werden sich die Beschwerden deutlich bessern. Dieser Effekt ist auch über Nacht im Bett durch einen Fußkeil zu erzielen.

Verfärbung und Flecke an Händen und Füssen lassen sich häufig mit frischem Zitronensaft entfernen. Anschließend sollte die Haut mit milder Seife gereinigt und mit einer Pflegecreme versorgt werden.

Die lästigen Teerflecke an den Fußsohlen beim Spaziergang am Strand sind am einfachsten mit Öl bzw. Körperlotion, notfalls sogar mit einem Sonnenschutzmittel zu entfernen.