Pflege der Haare

Die Haare und Kopfhaut bedürfen regelmäßiger Pflege und Reinigung. Die meist alkalifreien Shampoos entfernen körpereigenen Talg, Schweiß, Hautschuppen sowie Schmutz, Gerüche und Reste der Haarpflegeprodukte. Durch die Wäsche erhält das Haar Glanz, läßt sich leichter frisieren und verliert an elektrostatischer Aufladung. Milde und nicht stark entfettende Shampoos können täglich angewandt werden. Der pH-Wert optimaler Shampoos liegt im schwach sauren bis neutralen Bereich. Besonders bei täglicher Wäsche sollten die Shampoos leicht rückfettende Substanzen enthalten. Der Zusatz von Konditionierern in den Shampoos erhöht die Kämmbarkeit. Diese Substanzen lagern sich dem Keratin des Haares an und überziehen das Haar gleichsam. Hierdurch werden leichte Kämmbarkeit, Glanz und Fülle der Haare erreicht und die elektrostatische Aufladung deutlich vermindert. Typische Konditionierer sind Eiweißhydrolisate, Siliconverbindungen und quartäre Ammoniumverbindungen. Durch den Zusatz von emulsions- und schaumstabilisierenden Tensiden wie Cetylalkohol und Cetylsterilalkohol entsteht ein Glanzeffekt, der das Licht reflektiert.
Bei über die Norm hinausgehender Abschuppung der behaarten Kopfhaut spricht man von Kopfschuppen. Dies Phänomen beobachtet man bei der Seborrhoe mit gesteigerter Talgproduktion. Die gesteigerte Talgproduktion ist ein günstiges Milieu für Mikroorganismen wie dem Hefepilz Pityrosporum ovale. Die Enzyme dieser Pilze setzen freie Fettsäuren und Lipoperoxide aus dem Talg frei, die die Kopfhaut reizen. Dieser Prozess führt zur vermehrten Schuppung der Kopfhaut. Die Schuppen verkleben mit Talg und Schweiß und haften sichtbar der Kopfhaut an und verursachen Juckreiz. Durch Kratzen und Wundsekret entstehen dann Schuppenkrusten, die kosmetisch ausgesprochen stören. Durch schuppenlösende Substanzen wie Salizylsäure (Keratolytika) lassen sich die Schuppen auflösen. Darüberhinaus verfügt die Salizylsäure über eine pilzhemmende Wirkung. Durch Selen- und Cadmiumdisulfid wird die erhöhte Zellteilungsrate der Kopfhaut reguliert. Diese Präparate sind 2 mal pro Woche anzuwenden. Der Kopfhautpilz Pityrosporum ovale lässt sich durch Azolderivate, die über eine deutlich pilzhemmende Wirkung verfügen, günstig therapieren.

Bei starker Schuppung und fettendem Haar empfiehlt sich häufige und tägliche Wäsche mit normalen Shampoos, selten mit Produkten gegen fettes Haar. Bei eher trockener Kopfhaut und geschädigtem, sprödem Haar sind schwach saure Shampoos mit einem hohen Anteil an rückfettenden und pflegenden Substanzen anzuwenden. Als gute Konditionierer erweisen sich quartäre Ammoniumverbindungen und Eiweißhydrolysate wie Seidenproteinhydrolysat oder Weizenproteinhydrolysat. Die Pflegewirkung kann durch pflanzliche Öle, Landolinderivate, Feuchthaltesubstanzen wie Propylenglycol oder Harnstoff und Panthenol verstärkt werden. Bei stark trockener Kopfhaut empfehlen sich Haaröle wie Erdnussöl, Olivenöl und auch Mineralöle, die mit den Fingerspitzen durch die Haare in die Kopfhaut einmassiert werden. Die Haare sollten nicht mit den Ölen benetzt werden. Nach Einwirken dieser Öle für einige Stunden, besser über Nacht, lösen sich die Schuppen. Durch den feinen Fettfilm wird auch nach der Wäsche mit milden Shampoos die Feuchtigkeit in der Kopfhaut erhalten.

Die handelsüblichen Haarspülungen und Haarkuren werden bei trockenem und geschädigtem Haar auf das handtuchtrockene Haar aufgetragen und einmassiert. Die eher dünnflüssigen O/W-Emulsionen können nach einigen Minuten ausgewaschen werden, die typischen cremigen Haarkuren und Packungen verbleiben für etwa 10 Minuten im Haar. Spülung und Haarkur fetten auch schonend die Kopfhaut. Durch diese Pflegeprodukte erhöht sich der Glanz der Haare und das Haarvolumen, die Kämmbarkeit wird verbessert und die elektrostatische Aufladung vermindert. Die modernen Haarwässer, Haarfestiger, Farbfestiger, Haarsprays, Haarlacke und Haargele werden für verschiedene Haarzustände angeboten und rufen nur selten Allergien hervor.