Lichtschutzfaktor

Der Lichtschutzfaktor gibt an, wie stark ein Sonnenschutzmittel die Zeit verlängert, bis ein Erythem, also eine Rötung der Haut, in der Sonne auftritt. Das heißt also, wie stark die Eigenschutzzeit der Haut verlängert wird. Diese Eigenschutzzeit ist natürlich abhängig von dem Pigmentierungstyp der Haut, dem geographischen Breitengrad und der Tageszeit. Rötlich-blonde Menschen mit Sommersprossen, also der photobiologische Hauttyp 1, haben oft nur eine Eigenschutzzeit von 5 bis 10 Minunten im Sommer. So schützt ein Lichtschutzmittel mit einem Lichtschutzfaktor von 30 im UVB-Bereich die Haut für ungefähr 3 Stunden. Allerdings sollte diese maximale Schutzzeit vor der Sonnenbrandreaktion nicht ausgenutzt werden, da bereits vorher, schon nach etwa der Hälfte der Zeit chronische Lichtschäden und Hautalterung gefördert werden. Ein erneutes Eincremen mit diesem Lichtschutzfaktor verlängert die Schutzzeit nicht. Trotzdem ist das Nachcremen sinnvoll, da Lichtschutzsubstanzen sich unter Einwirkung von Sonnenstrahlen zersetzen. Außerdem verringern Schwitzen, Schwimmen und Abreibung an Kleidung, Badelaken und Sand die Konzentration der Lichtschutzfaktoren auf der Haut.

Eine gute Vorstellung über die Schutz- und Filterwirkung der einzelnen Lichtschutzfaktoren gibt das nachfolgende Diagramm:

Lichtschutzfaktor UVB-Absorbtion

LSF = Lichtschutzfaktor / UVB-Absorbtion in %

Auswahl geeigneter Sonnenschutzmittel
Wichtig für die Auswahl des passenden Sonnenschutzmittels sind der Pigmentierungstyp der Haut und die Strahlungsintensität, der man sich aussetzen möchte. Die Intensität der Strahlung hängt von geographischer Breite, Jahres-, Tageszeit, Witterung, Strahlenreflexion, z. B. durch Sand, Wasser, Schnee, ab.

Die Eigenschutzzeit der Haut wechselt stark mit der geographischen Breite. Im Mittelmeerraum vermindert sich diese Eigenschutzzeit um ungefähr 30 %, in tropischen Ländern um 50 %. Auch ist die Höhenlage zu berücksichtigen, da besonders die UVB-Strahlung in der Höhe zunimmt. Als Faustregel kann gelten: je 1000 Höhenmeter verstärkt sich die UVB-Strahlung um 15 %. Zu beachten ist ferner, dass gut die Hälfte der UV-Strahlung in der Zeit zwischen 11.00 und 14.00 Uhr abgegeben wird. Während dieser Zeit sollte man die Sonne meiden und sich am besten im Schatten oder – noch besser – in Räumen aufhalten. Bei der Auswahl des geeigneten Lichtschutzfaktors müssen daher alle diese Faktoren berücksichtigt werden. Für den Badeurlaub, beim Sport oder in feucht-heißen Ländern sind unbedingt wasserfeste Sonnenschutzmittel anzuwenden. Wasserfest sind vor allem Liposomenzubereitungen und Hydrodispersionsgele, Lipogele, Öle und Wasser-in-Öl-Emulsionen, die Silikonöle enthalten.

Beim Wintersport sollten Sonnenschutzmittel mit besonders hohen Lichtschutzfaktoren angewendet werden, da die Haut im Winter nicht an Sonnenlicht gewöhnt ist. Außerdem nimmt die Strahlungsintensität in der Höhe stark zu und wird durch die Reflexion des Schnees noch verstärkt. Wegen des Kälteschutzes sollten Wasser-in-Öl-Emulsionen, Pasten oder Lipogele bevorzugt werden. Sie schützen vor Erfrierungen. Hydrogele und Öl-in-Wasser-Emulsionen eignen sich nicht, da sie durch den hohen Wassergehalt Erfrierungen begünstigen.

Sonnenschutz ist besonders für Kinder und Jugendliche wichtig. Neuere Untersuchungen zeigen einen klaren Zusammenhang zwischen der Zahl der Sonnenbrände in der Kindheit und im Jugendalter und dem späteren Entstehen von Hautkrebs. Im ersten Lebensjahr sollten Kinder vor der Sonne geschützt werden. Später sind, abgesehen vom Schutz durch Kleidung, evtl. auch durch UV-dichte Textilien, Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF 30 – 40) einzusetzen. Es empfehlen sich Lichtschutzmittel mit reflektierenden Stoffen (Pigmenten wie Titandioxid, Zinkoxid, Eisenoxid), da diese nicht resorbiert werden. Die absorbierenden (chemischen) Lichtschutzfilter werden von der Haut des Erwachsenen nur in sehr geringem Maße resorbiert. Die Kinderhaut ist jedoch durchlässiger. Allerdings gibt es noch keine Hinweise, dass die Aufnahme von chemischen Lichtschutzfiltern in tiefere Hautschichten schädigende Wirkungen hat. Trotzdem sind bei Kindern die physikalischen Lichtschutzmittel (Pigmente) zu bevorzugen.

Beim Lichtschutz sollten die Lippen nicht vergessen werden, da sie sich nicht durch Pigmentierung schützen können. Lippenstifte mit ausreichend hohem Lichtschutzfaktor ( LSF 50) sind zu verwendet.