Haut und Sonne

Das Sonnenlicht ist Energie und unsere Lebensgrundlage. Die Sonne aktiviert den Stoffwechsel, die Bildung von Hormonen und das Immunsystem und fördert unser Wohlbefinden. So wird Licht zur Heilung (Heliotherapie) von Haut und Psyche eingesetzt. Allein die richtige Dosis von ultravioletten Strahlen ist entscheidend für Heilung oder Schädigung.

Ein Übermaß an Sonnenlicht führt zu Sonnenbrand und die langfristige Lichtschädigung zu vorzeitiger Hautalterung. Akute und chronische Lichtschäden schwächen das Immunsystem und erhöhen das Risiko für die Entstehung von Hautkrebs. Wichtig ist also eine vernünftige Gewöhnung der Haut an die Sonne, die erst nach 3 bis 4 Wochen mit Bräunung der Oberhaut und Verdickung der oberen Hornschicht (Lichtschwiele) erreicht ist.

Positive Wirkungen von Sonnenlicht sind u. a. die Vitamin-D-Bildung, die jedoch bereits durch kleinste Dosen Lichts angeregt wird. Diese Lichtdosis liegt weit unter der Bräunungschwelle. Ferner aktiviert das Sonnenlicht das Immunsystem und fördert das Wohlbefinden. So wird UV-Licht zur Behandlung von Depressionen in den Herbst- und Wintermonaten (Winterdepressionen) eingesetzt. Auch diese Behandlung ist wirksam ohne Bräunung der Haut. Jedoch unterstützt eine leichte Bräunung die Stimmungslage und hebt das Selbstwertgefühl.

Die gute Stimmungslage bei Sonnenlicht, allgemein bei schönem Wetter, erklärt sich aus der Aktivierung der Epiphyse, einer kleinen Drüse im Gehirn. Diese Drüse reagiert auf Licht und gibt Signale an den Körper weiter, die unsere Stimmung aufhellen und den Tatendrang wecken. Bei Sonne und blauem Himmel blühen wir Menschen förmlich auf.

Der stark zunehmende Verlust der Ozonschicht – nicht nur über der Antarktis – wird zu einer deutlichen Erhöhung von Hautkrankheiten, Hautkrebs und Allergien der Atemwege führen. Die Ozonschicht in der Stratosphäre schützt uns vor zuviel UV-Strahlung. So werden bei intakter Ozonschicht UVC-Strahlen fast komplett abgefiltert und die Mengen an UVA- und UVB-Strahlen deutlich vermindert. Die Sonnenenergie, die die Erdoberfläche erreicht, besteht zu 65 % aus Infrarotstrahlen, zu 30 % aus sichtbarem Licht und nur zu etwa 5 % aus UVA- und UVB-Strahlen. Auswirkungen auf die Haut hat im wesentlichen nur das ultraviolette Licht.

Die ultraviolette Strahlung der Sonne setzt sich aus 3 Wellenlängen zusammen: UVA-Licht (Wellenlänge 320 bis 400 Nanometer = nm), UVB-Licht (Wellenlänge 280 bis 320 nm) und UVC-Licht (Wellenlänge 100 – 280 nm). Diese 3 Strahlungsarten haben unterschiedliche Wirkungen auf die Haut.

UVA-Strahlen sind langwelliger, dringen bis in die Lederhaut ein und führen innerhalb von Stunden zu einer Sofortbräunung. Langfristige Überdosierung fördert die vorzeitige Hautalterung durch Zerstörung der elastischen und kollagenen Fasern. UVA-Licht begünstigt auch die Entstehung von Hautkrebs. Ein wesentlicher Mechanismus ist dabei die Schwächung der Immunabwehr der Haut. Eindringtiefe der UVA-Strahlen: 1 mm.

UVB-Strahlen lösen die Sonnenbrandreaktion und verzögerte Bräunung aus. Durch direkte Schädigung der Erbsubstanz (DNS) der Zellen der Oberhaut ist UVB wesentlich an der Entstehung von Hautkrebs und seinen Vorstufen beteiligt. Eindringtiefe der UVB-Strahlen: 0,5 mm.

Die Intensität der UVA-Strahlen ändert sich wenig über das Jahr. Ein mäßiger Gipfel ist im Frühjahr zu verzeichnen. Die UVB-Strahlung hingegen ändert sich stark über das Jahr und hängt von Tages- und Jahreszeit (Sonnenstand) und geographischem Breitengrad, also der Entfernung vom Äquator, ab. Selbstverständlich spielen auch Wetterlage (Bewölkung) und das Reflexionsverhalten wie Wasser, Schnee, Sand, Höhenlage eine Rolle.

UVC-Strahlen werden durch die Ozonschicht der Stratosphäre weitgehend von der Erdoberfläche ferngehalten und spielen daher zur Zeit keine Rolle.