FAQ

    Kann man Narben entfernen?
    Narben stellen gutartige Bindegewebsvermehrungen der Haut dar, die nach Verletzungen, Operationen, auch Entzündungen der Haut entstehen. Die Narben können nach Abheilung im Hautniveau liegen, sich wulstartig über die Hautoberfläche erheben oder sich auch trichterförmig, bei Akne häufig „wurmstichartig“ ausbilden. Besonders oft treten sie im Gesicht, an Ohren, Hals, Rumpf mit Bevorzugung der Brustbeinregion und der Oberarme auf.
    Narben lassen sich nur unvollständig entfernen. Eingesunkene (atrophe) Narben können mit Substanzen aufgefüllt werden, die auch zur Behandlung tiefer, altersbedingter Falten eingesetzt werden (siehe „Altern“). Dazu eignen sich Hyaluronsäure oder Kollagen, evtl. auch Eigenfett.
    Eine weitere Möglichkeit ist die Z-Plastik. Wenn eine Narbe quer zu den natürlichen Hautspaltlinien verläuft, fällt sie mehr auf, als wenn sie in den Hautspaltlinien liegt. In einem solchen Fall kann die Narbe operativ korrigiert werden.
    Zur Behandlung der Aknenarben bietet sich auch häufig die Dermabrasion bzw. das chemische Peeling an. Bei beiden Methoden werden die oberen Hautschichten unterschiedlich stark abgetragen, wodurch die Niveauunterschiede der Narben gemindert werden. Ähnliche Effekte lassen sich mit dem CO2-Laser erzielen.
    Bei wulstigen Narben kann auch die Kryotherapie (Kälte-Sprühverfahren) oder die Injektion von Kortison oder Interferon in Frage kommen. Konservativ werden heparinhaltige Salben und Pflanzenextrakte eingesetzt. Auch haben sich bei wulstartigen (hypertrophen Narben) Silikongelfolien und spezielle Pflaster bewährt.

    Was sind Aphthen?
    Aphthen sind kleine, rundlich-ovale, schmerzhafte Geschwüre an der Mundschleimhaut, die im Zentrum grauweißlich bis gelblich belegt und von einem roten, entzündlichen Randsaum umgeben sind. Die Ursache ist unbekannt. In manchen Familien treten sie gehäuft auf. Auslösefaktoren können Nahrungsmittel, bestimmte Medikamente, Erschöpfung oder Stress und verschiedene Krankheiten sein. Sie heilen spontan ohne Behandlung ab. Wegen der Schmerzhaftigkeit werden schmerzstillende Haftgele eingesetzt.

    Was bedeuten die Schuppen der Kopfhaut und wie werden sie behandelt?
    Unsere Haut erneuert sich ständig ca. alle 4 Wochen von der Basalzellschicht her (siehe „Aufbau der Haut“). Wenn durch entzündliche Reize diese Zellerneuerung beschleunigt wird, kommt es zu einer sichtbaren Schuppung. Manchmal gesellt sich auch Juckreiz dazu.
    Zur Behandlung können Shampoos und Lösungen eingesetzt werden, die z. B. antimykotische (pilzabtötende) Substanzen enthalten, da bei starker Schuppung der Kopfhaut häufig eine Besiedelung mit bestimmten Hefen vorliegt. Nützlich sind auch Haarwaschmittel mit Zusätzen von Salizylsäure, Schwefel, Teer, Zinkpyrithion und Selensulfid. Gegen den Juckreiz werden Zubereitungen mit Menthol, in schweren Fällen auch mit Kortison eingesetzt.

    Sind Hautkrankheiten ansteckend?
    Nur sehr wenige!
    Ansteckend sind die meisten Kinderkrankheiten wie Windpocken, Masern, Scharlach. Auch Parasiten wie Flöhe, Läuse und Krätzmilbe können von einem Menschen auf den anderen übertragen werden. Bakterien, Pilze und Viren sind bedingt übertragbar, leichter allerdings, wenn eine Abwehrschwäche des Körpers oder Ekzemneigung der Haut vorliegt. Neurodermitis, Akne, Ekzeme, Nesselsucht und Allergien sind nicht ansteckend.

    Ist die Schuppenflechte (Psoriasis vulgaris) ansteckend?
    Nein. Bei der Schuppenflechte handelt es sich um eine erbliche, also angeborene Veranlagung der Haut. Ihr Auftreten ist nicht beeinflußbar durch Körperpflege. Auch ist sie nicht durch Berührung und intime Kontakte übertragbar.

    Ist die Schuppenflechte heilbar?
    Da es sich um eine ererbte anlagemäßige Erkrankung handelt, ist sie letztendlich nicht heilbar. Durch konsequente Pflege kann das Erscheinungsbild und der Verlauf günstig beeinflußt werden. Eine Abheilung, d. h. Erscheinungsfreiheit von Seiten der Haut, bedeutet nicht Heilung. Die Krankheit kann lebenslang wieder auftreten. Aus ihrem Verlauf kann nichts über die Dauer und Therapierbarkeit gesagt werden. Die modernen Behandlungsmaßnahmen wie die Lichttherapie führen zu teils guten Behandlungsergebnissen.

    Verursachen Schuppenflechte, Neurodermitis oder schwere Kontaktekzeme Hautkrebs?
    Nein. Alle Erfahrungen sprechen gegen diese Gefahr.

    Wie unterscheiden sich Salbe, Creme, Milch und Lotion?
    Der wesentliche Unterschied liegt im Fettgehalt. So enthält die Salbe viel, die Creme weniger, die Milch noch weniger und die Lotion sehr wenig Fett.
    Salben sollten bei trockener Haut und chronischen Hautkrankheiten angewandt werden. Bei nässenden und akuten Hautveränderungen empfehlen sich Creme, Milch oder Lösung. Für die tägliche Pflege, besonders der leicht behaarten Zonen des Körpers wie Stamm, Arme und Beine, sind Körpermilch bzw. -lotion zu empfehlen.

    Welche Zubereitungsformen empfehlen sich für den behaarten Kopf?
    Lösungen mit unterschiedlichem Alkoholgehalt und entsprechenden Wirkstoffen sind besonders für den behaarten Kopf geeignet. Bei trockener, gereizter Haut werden Lotionen bevorzugt. Starke Schuppenbildungen lassen sich mit Öl, z.B. auch Olivenöl, dem zur Schuppenlösung Salizylsäure zugesetzt ist, bessern. Alle Zubereitungsformen sollten über das gescheitelte Haar direkt auf die Kopfhaut gegeben werden. Öle sind sehr dünn anzuwenden, um ein Auswaschen mit milden Shampoos zu ermöglichen. Nicht das Haar, sonderen die Kopfhaut ist erkrankt und muß behandelt werden.

    Was ist eine Emulsion?
    Eine Emulsion besteht aus Fett und Flüssigkeit, in den meisten Fällen Wasser. Um Wasser und Öl miteinander zu mischen und stabil zu verbinden, benötigt man Emulgatoren. Generell unterscheiden wir zwischen Öl-Wasser-Emulsionen (O/W) und Wasser-Öl-Emulsionen (W/O). Bei der ersten ist wenig Öl mit viel Wasser und bei der zweiten wenig Wasser in viel Öl emulgiert.

    Verliert meine Haut die Fähigkeit zur selbständigen Rückfettung, wenn ich sie eincreme?
    Nein. Die Fettung der Haut ist abhängig von der Erbanlage, Fett zu bilden. Die Fettproduktion der Talgdrüsen hängt von den Hormonen und der Höhe der Außentemperatur ab. Das Schwitzen erhöht dabei die Verteilung des Fettfilms auf der Haut. Das erforderliche Maß an rückfettender Pflege hängt also letztendlich von erblichen Faktoren, Hormonen und der Umgebungstemperatur ab. Die konsequente Pflege führt nicht dazu, dass die Haut ihre Eigenfettproduktion vermindert.

    Warum trocknet die Haut in der kalten Jahreszeit stärker aus?
    Der entscheidende Faktor ist sicher, dass bei niedriger Temperatur die Produktion von Fett in den Talgdrüsen vermindert ist. Auch ist in den zentralbeheitzen Räumen mit Isolierfenstern die Luftfeuchtigkeit erniedrigt und somit die Abdunstung von Feuchtigkeit an der Hautoberfläche erhöht. Ferner wird die Hautoberfläche durch Reiben der „dickeren“ Kleidung und durch das Duschen mit wärmerem Wasser stärker entfettet. Zusätzlich unterbleibt in den Wintermonaten die „ stille “ Rückfettung durch Sonnenschutzpräparate, die ja letztendlich rückfettende Pflegeprodukte mit Zusätzen von UV-Filtern sind.

    Ist äußerlich angewandtes Kortison schädlich?
    Bei sachgerechter Anwendung zeigt Kortison keine Nebenwirkungen, sondern beschleunigt die Abheilung der akuten oder chronischen Hautveränderungen. Wichtig ist die zeitgerechte Anwendung, die in hartnäckigen Arealen durchaus 2-3 Wochen dauern kann. Nach Abheilung der akuten Phase sollte die Haut konsequent mit einer kortisonfreien Salbe oder Creme weiterbehandelt und somit stabilisiert werden. Die Anwendungsdauer und die Nebenwirkungen des Kortisons hängen auch von der Lokalisation ab. So sind Augenlider und Genitalien besonders stark aufnahmefähig für Korticosteroide. Wengier aufnahmefähig, aber empfindlicher als die übrige Haut sind das Gesicht, die Achselhöhlen, die Leisten und großen Körperfalten. Die Behandlung der Kopfhaut mit Kortisonlösung und -tinktur ist relativ unproblematisch. Die Kortisonpräparate der 4. Generation sind gut verträglich und leicht steuerbar. Nebenwirkungen werden selten gesehen.

    Verschlechtern sich Hautkrankheiten in der Schwangerschaft?
    Eine klare Antwort gibt es nicht. Frauen geben sowohl eine Verschlechterung als auch eine deutliche Verbesserung z.B. der Neurodermitis oder Psoriasis in der Schwangerschaft an. Erfahrungsgemäß bessern sich während der Schwangerschaft die Akne vulgaris und in der Hälfte der Fälle die Psoriasis vulgaris. Normale Hautveränderungen in der Schwangerschaft sind die allgemeine Hyperpigmentierung – besonders der Brustwarzenhöfe und des Genitales – und eine Erweiterung von Gefäßmalen wegen der erhöhten Blutfülle in den Gefäßen. Einige Hauterkrankungen treten nur in der Schwangerschaft auf und werden als Schwangerschaftsdermatosen bezeichnet. Häufig besteht starker Juckreiz. Die Mehrzahl dieser Erkrankungen tritt in den letzten drei Monaten oder in den letzten Wochen der Schwangerschaft auf und heilt spontan nach der Geburt ab.

    Meine Hautkrankheit bereitet mir große Probleme. Was kann ich tun?
    Zweifellos ist die Hautkrankheit, die für die Mitmenschen meist sichtbar ist, eine große seelische Belastung. Sie mindert häufig die Lebensqualität und das Selbstwertgefühl. Wichtig ist, die Mitmenschen offen über die Erkrankung zu informieren und darauf hinzuweisen, dass die wenigsten Hauterkrankungen ansteckend sind.
    Informationen und Hilfe geben auch Patientenorganisationen und Selbsthilfegruppen wie der Deutsche Psoriasisbund (Internet: www.psoriasisbund.de) oder die Informationszentrale Haut (www.treffpunkt-haut.de). Über diese Gruppen werden meist die Anschriften der entsprechenden Selbsthilfe- oder Patientenorganisationen am Heimatort vermittelt.

    Was bedeutet Säureschutzmantel?
    Unsere Hautoberfläche ist von einem Wasser-Fett-Film überzogen, der von Talg, den Abbauprodukten der Verhornung und Schweiß gebildet wird. Da dieser Wasser-Fett-Film bei einem pH-Wert um 5,5 sauer reagiert, wird der Oberflächenfilm auch als Säureschutzmantel bezeichnet.

    Wie erklärt sich die Austrocknung der Haut beim Waschen?
    Schutzlipide an der Hautoberfläche versiegeln die Hornzellen und verhindern das Abdunsten des in der Hornschicht in wasserbindenden Substanzen gespeicherten Wassers. Durch Waschen, besonders mit alkalischen Seifen, werden die Schutzlipide entfernt und das Wasser in der Hornschicht kann so abfließen und verdunsten. Die Haut trocknet aus. Durch Verwendung saurer Seifen und durch Waschen/Duschen mit nicht zu heißem Wasser bleiben die Schutzlipide erhalten. Bei trockener Haut sollte konsequent zurückgefettet werden. Wer täglich duscht, Sport treibt, viel schwitzt und die Haut entfettet, sollte die Haut mit rückfettenden Pflegepräparaten wie Creme, Milch oder Lotion regelmäßig pflegen.

    Welche Faktoren verursachen Faltenbildung der Haut?
    Starke Sonnenbelastung der Haut, besonders mit UVA-Strahlen, fördert die Schädigung des Fasergerüsts der Lederhaut und somit die Faltenbildung. Da die Sonnenstudios fast ausschließlich Bestrahlungsgeräte mit UVA-Strahlern einsetzen, sollte deren Benutzung maßvoll erfolgen. Starkes Rauchen fördert genauso wie starke Sonnenbestrahlung die Faltenbildung der Haut. Häufige Sonnenbestrahlung und intensives Rauchen verdoppeln praktisch die Faltenbildung. Ferner beeinflussen Sonneneinstrahlung und Rauchen das Immunsystem negativ und begünstigen somit die Entstehung von Hautkrebs.

    Ist die Bestrahlung in Sonnenstudios sicher?
    Ziemlich sicher, was das Auftreten von Sonnenbränden anbelangt. Nachgewiesen ist aber, dass die langwelligen UVA-Strahlen durch die Oberhaut bis in die Lederhaut dringen, dort das Faser- und Stützgerüst der Haut schädigen und Faltenbildung fördern. Ferner wird unter massiver UVA-Bestrahlung ein vermehrtes Auftreten des malignen Melanoms („schwarzen Hautkrebses“) beobachtet.

    Kann ich das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, verringern?
    Diese Frage muß man mit einem eindeuten „Ja“ beantworten.
    Wichtig ist, von frühster Kindheit an Sonnenbrände zu vermeiden und klug mit der Sonne umzugehen. Bis zu 80% der Hautschäden im höheren Lebensalter werden in den ersten 20 Lebensjahren erworben. (Siehe auch „Haut und Sonne“)!

    Merke: Nicht die Sonne macht krank, sondern die Fehleinschätzung der Sonnenwirkung!