Facelifting

    Facelifting

    Operative Verfahren sind dann zu empfehlen, wenn Gesichtspartien oder das gesamte Gesicht insgesamt straffer aussehen sollen, also eine „Verjüngung“ der Gesichtshaut erwünscht ist. Mit einem “Lift” lassen sich stärkste Faltenbildungen, schlaff gewordene Gesichtszüge, hängende Wangenpartien, seitlich hängende Oberlider und faltige Hälse korrigieren. Nicht alle Patienten sind gleich gut zu behandeln. Bei stark lichtgealteter Haut sind neben den operativen Maßnahmen häufig Peelingverfahren einzusetzen. Auch muß bei starken Rauchern eher mit Wundheilungsstörungen und somit Bildung störender Narben gerechnet werden.

    Die meisten Frauen entscheiden sich zwischen 40 und 60 Jahren für ein Facelift. Die besten Ergebnisse sind mit Anfang 40 zu erzielen, da in diesem Alter die Haut noch relativ elastisch ist und das Ergebnis am längsten vorhält. In den jüngeren Jahren reichen meist kleine Facelifts mit Korrekturen an Mund und Augen aus. Mit etwa 60 Jahren ist meist das „große Facelift“ erforderlich. Bei den größeren operativen Maßnahmen wird häufig auch die erschlaffte mimische Muskulatur gestrafft und überschießendes Fettgewebe entfernt. Zu beachten ist, daß sich durch operative Maßnahmen die senkrechten Falten um den Mund nicht korrigieren lassen. Hierfür sind Peeling-, Laser- oder Unterspritzungsverfahren einzusetzen.

    Allgemeines zum operativen Eingriff

    Fast alle Operationen im Gesicht können in lokaler Betäubung durchgeführt werden. Meist empfiehlt sich aber eine leichte Allgemeinbetäubung, der sogenannte Dämmerschlaf, kombiniert mit lokalen Betäubungsverfahren. Dieses Vorgehen läßt den Patienten gelassener und entspannter den Eingriff überstehen. Der Eingriff selbst wird nur bedingt wahrgenommen, der Patient ist aber ansprechbar.

    Komplikationen bei den verschiedenen operativen Verfahren sind selten. Am häufigsten werden Blutergüsse bei etwa 2 – 3 % der Patienten beobachtet. Meist treten diese Blutergüsse in den ersten 2 postoperativen Stunden auf. Gefühlsstörungen der Gesichtshaut sind in Abhängigkeit von der Größe des Eingriffs zu erwarten. Verletzung der großen Gesichtsnerven werden dagegen selten beobachtet. Bei Nervenverletzungen kann mit einer völligen Rückbildung der Beschwerden bei etwa 80 % der Operierten innerhalb eines Jahres gerechnet werden.

    Wundheilungsstörungen, besonders bei Rauchern mit beeinträchtigter Durchblutung der feinen Gefäße, können zu breiteren, optisch störenden Narbenbildungen führen. Diese sind in einem zweiten kleinen Eingriff meist nach einigen Monaten korrigierbar. Wie bei allen Operationen können als Komplikationen Infektionen, Thrombosen und Embolien auftreten.

    Ein verjüngtes und frisches, vor allem aber natürliches Aussehen wird durch Facelifts dann erreicht, wenn eine deutliche Korrektur erfolgt, aber die natürlichen mimischen Falten nicht völlig aufgehoben oder geglättet sind. Eine „Überspannung“ der Gesichtshaut korrigiert sich meist innerhalb eines Jahres von selbst, irritiert aber die Mitmenschen durch die anfängliche „Ausdruckslosigkeit“ und mimische Starre der Gesichtszüge.

    Augenlidkorrekturen (Blepharoplastik)

    Überschießende Hautfaltenbildung im Bereich der oberen und unteren Augenlider, zum Teil mit hängenden, seitlichen Hautpartien, gehören zu den häufigsten Symptomen gealterter Gesichtshaut. Feuchtigkeitsspendende Gesichtscremes können feinste Fältchen ausgleichen, die überschießenden Hautfalten bleiben aber bestehen. Peelingverfahren sind in Augennähe mit Risiken verbunden und bringen nur geringe, eher kurzzeitige Korrekturen.

    Im Oberlidbereich kann die überschüssige Haut relativ einfach exzidiert werden. Aufgedunsen erscheinende Augenlider sind leicht zu korrigieren, indem neben der überschießenden Haut auch die zugrundeliegende Fettgewebsvermehrung entfernt wird. Bei den Unterlidern muß häufig neben der überschießenden Haut auch ein Teil des Muskels (Musculus orbicularis) exzidiert und so der Muskel gekürzt werden.

    Die Entfernung von überschießendem Gewebe im Bereich der Augenlider ist mit Zurückhaltung durchzuführen, um Überkorrekturen mit „eingefallenen Augen“ zu vermeiden. Ab dem 10. postoperativen Tag kann ein Augen-Make-up aufgetragen werden. Kontaktlinsen können etwa nach 2 Wochen wieder eingesetzt werden.

    Stirnlift

    Seitlich herabsinkende Augenbrauen und ausgeprägte Runzel- und Faltenbildung oberhalb des Nasenrückens und auf der Stirn können durch Entfernung überschießender Haut und Straffung der oberen Stirnpartien behoben werden. Kleinere Korrekturen werden endoskopisch durch 3 knopflochgroße Schnitte in die Stirnhaut oberhalb des Haaransatzes durchgeführt. Die Haut wird dabei mit dem feinen Endoskop abgelöst, geformt und nach oben verlagert. Ein nachhaltigeres Ergebnis läßt sich durch den Kranzschnitt hinter der Haargrenze, das heißt einem bügelförmigen Schnitt von einem Ohr zum anderen, erzielen. Bei diesem Eingriff wird der Stirnmuskel verkürzt, überschüssige Haut entfernt und somit die Stirn gestrafft.

    Minilift

    Bei kleinen Facelifts wird die Haut an Wangen, Hals und Kinn gestrafft. Nach Entfernung der überschießenden Haut wird die Haut insgesamt leicht gespannt und vernäht. Das Ergebnis hält bis zu 4 Jahren.

    Großes Facelift

    Bei diesem Verfahren werden die zu straffenden Gesichtspartien durch Entfernung von Hautstreifen in den Randgebieten des Gesichts wie Haaransatz, vor und hinter den Ohren und unter dem Kinn gestrafft. Evtl. werden Gesichtsmuskeln verkürzt. Bei älteren Personen ist eine Straffung der Gesichtsmuskulatur unbedingt zu empfehlen. Über den verkürzten Muskeln kann dann die überschüssige Haut (häufig 2 bis 3 cm) entfernt werden. Die Nähte werden meist „unsichtbar“ in die Kopfbehaarung in Schläfenhöhe, hinter dem Ohr und in den oberen seitlichen Halsbereich gelegt. Die nicht von Haaren bedeckten Nähte liegen vor dem Ohr, unter dem Kinn und an der Unterseite des Kiefers.