Seborrhoische Dermatitis

Die seborrhoische Dermatitis ist eine chronische Hauterkrankung, die bei Säuglingen und Erwachsenen vorkommt. Es finden sich rötliche und rötlich-gelbliche Herde mit feiner bis mittelgroßer Schuppung und unscharfer Begrenzung. Betroffen sind behaarter Kopf, Stirn, Augenbrauen, Nasen-Lippen-Falten, äußerer Gehörgang und am Stamm die vordere Schweißrinne. Bei starker Ausprägung können Gesicht und Stamm großflächig befallen sein. Als Ursache werden unter anderem eine Besiedelung mit lipophilen Hefepilzen wie Pityrosporum ovale diskutiert. Zur Behandlung empfiehlt sich die Haarwäsche mit Shampoos, die Teer, Selendisulfid, Zinkpyrithion, Salizylsäure, Imidazole (z. B. Bifonazol, Ketoconazol) enthalten. Im Gesicht und am Körper bewähren sich anfänglich Cremes mit Imidazolen wie Bifonazol, Clotrimazol, Ketoconazol oder auch dem substituierten Pyridon Ciclopirox. Alternativen sind 2 % Metronidazol-Creme oder 1 oder 2 % Erythromycin-Creme. Bei Verschlimmerung können kurzfristig Kortisonpräparate in Creme- oder auch Salbenform eingesetzt werden. Die Nachbehandlung erfolgt – je nach Hauttyp – mit Öl-in-Wasser- bzw. Wasser-in-Öl-Emulsionen.

Atopische Dermatitis

Die atopische Dermatitis (Neurodermitis, Milchschorf) ist eine der häufigsten Hauterkrankungen im Säuglings- und Kindesalter. In Europa und Nordamerika sind 2,5 bis 5 % der Bevölkerung betroffen. Das Risiko, an Neurodermtitis zu leiden, beträgt bei einem erkrankten Elternteil 30 %, bei beiden Elternteilen mit Neurodermitis 60 %. Die erbliche Bereitschaft zur Neurodermitis läßt sich bei etwa 2/3 der Patienten nachweisen. Erstsymtome der atopischen Dermatitis treten bei 80 % der Patienten in den ersten beiden Lebensjahren auf. Erkrankungen im Erwachsenenalter sind eher selten. Die atopische Dermatitis ist also eine Hauterkrankung mit familiärer Häufung. Sie zeigt häufig pathologische Reaktionen auf Umweltfaktoren. Patienten mit atopischer Dermatitis neigen zu allergischer Rhinoconjunctivitis (allergischem Schnupfen und allergischer Bindehautentzündung) und allergischem Asthma. Diese familiäre Belastung ist Ausdruck einer atopischen Reaktionsbereitschaft, die vermutlich auf einem polygenen Erbgang beruht. Polygen bedeutet dabei, daß eine Reihe unterschiedlicher Gene an der Auslösung der Krankheit beteiligt ist. Die atopische Dermatitis ist eine entzündliche, stark juckende Hauterkrankung, die meist chronisch verläuft. Manche Patienten leiden …