Oberhaut (Epidermis)

Verhornendes Plattenepithel bildet die teils nur papierdünne Oberhaut, die aus 5 Schichten besteht. Die unterste Zellage, die Keimschicht oder Basalschicht, bildet laufend neue Zellen, die in etwa 3 bis 4 Wochen an die Oberfläche wandern und dabei zunehmend flacher werden. Diese neugebildeten Stachelzellen wandeln sich zu den Körnerzellen, den Glanzzellen (nur an Händen und Füßen) und den kernlosen Hornzellen um. Schließlich liegen die kernlosen Zellen als Hornschuppen an der Oberfläche und werden abgestoßen. Jede Zellschicht befindet sich im gleichen Stadium der Umwandlung. Insgesamt überwiegen in der Oberhaut die Zellen, die in ihrer Entwicklung verhornen. Die hornbildenden Zellen (Keratinozyten) machen bis zu 95 % der Zellen der Oberhaut aus. Im unteren Bereich der Oberhaut kommen noch 3 weitere Zellarten vor: die Melanozyten (Pigmentzellen), die Langerhans-Zellen (Zellen der Körperabwehr) und die Merkel-Zellen (Tastzellen). Die Zellen der Oberhaut werden durch Zellfortsätze (Desmosomen) und Fasern (Tonofibrillen) untereinander fest verbunden. Die Tonofibrillen tragen zur Dehnbarkeit der Haut bei und garantieren mit den Desmosomen die ungeheure …

Lederhaut (Dermis)

Die Lederhaut dient als Dehnungsschicht der Haut und umschließt die Blutgefäße, Hautanhangsgebilde (Talg-, Schweiß- und Duftdrüsen, Haar- und Nagelanlagen), die  Nerven und Hautsinnesorgane. Die Lederhaut liegt unter der Oberbaut und der verbindenden Basalmembran und stellt gleichsam das Fundament für die Oberhaut dar. Sie besteht überwiegend aus der Grundsubstanz und einem dichten Geflecht von Bindegewebsbündeln (Kollagenfasern) und elastischen Fasern. Das Kollagen macht etwa 18 bis 30 % des Volumens der Lederhaut aus. Die Kollagenfasern garantieren die Dehnbarkeit und die elastischen Fasern das Spannungsvermögen der Haut. Die Haut ist elastisch und kann je nach Lokalisation  um 10 bis 50 % aufgedehnt werden. Beim Eindrücken der Haut fließt die Grundsubstanz zwischen den Kollagenfasern ab. Die Papillarschicht (Stratum papillare) stellt die obere Zone der Lederhaut dar und besteht aus lockerem Bindegewebe, das nach oben zur Grenzschicht (Basalmembran) und Oberhaut zapfenförmige Vorwölbungen bildet. Durch diese Vorwölbungen (Bindegewebspapillen) wird die Kontaktfläche zwischen Oberhaut und Lederhaut vergrößert und die Ernährung der gefäßlosen Oberhaut verbessert. Die Bindegewebspapillen dienen …